Auch für Hauptschüler gibt es Wege in die Welt der sozialen Berufe (Foto: epd-bild)
Mit deinem Hauptschulabschluss kannst du direkt in die Ausbildung als Hauswirtschafter/in starten. Für alle anderen sozialen Berufe brauchst du zuerst eine abgeschlossene Helferausbildung. Es gibt Altenpflegehelfer, Krankenpflegehelfer, Heilerziehungspflegehelfer, Erziehungshelfer, Kinderpfleger und Sozialassistenten (= Sozialhelfer, Sozialbetreuer).
Der Altenpflegehelfer ist der Assistent des Altenpflegers. Er hat im Arbeitsalltag ähnliche Aufgaben, arbeitet aber nicht alleine und eigenverantwortlich, sondern immer zusammen mit einem Altenpfleger. Genauso ist es bei den anderen Helferausbildungen. Als Heilerziehungspflegehelfer machst du zum Beispiel ähnliche Erfahrungen wie der Heilerziehungspfleger.
Die Helferausbildungen dauern ein bis zwei Jahre, berufsbegleitend auch länger. Sie können unter bestimmten Bedingungen von der Arbeitsagentur gefördert werden. Auch musst du je nach Bundesland unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Erkundige dich am besten bei deinem Berater in der Arbeitsagentur oder bei der Ausbildungseinrichtung deiner Wahl. Ausbildungseinrichtungen, die Helferausbildungen für Hauptschulabgänger anbieten, findest du in unserem Ausbildungsstätten-Navigator.
Gleich arbeiten oder weiterlernen?
Wenn du mit der Helferausbildung fertig bist, hast du verschiedene Möglichkeiten: Du kannst dir sofort einen Job suchen, also zum Beispiel als Altenpflegehelfer/in in einem Pflegeheim arbeiten. Oder als Kinderpfleger/in in einer Kita. Du kannst aber auch eine klassische Ausbildung draufsetzen, also zum Beispiel als fertiger Alten- oder Krankenpflegehelfer eine Ausbildung in der Altenpflege machen. Oder als Kinderpfleger/in eine Ausbildung in der Heilerziehungspflege oder als Erzieher. Teils wird die Helferausbildung sogar angerechnet, sodass sich die Ausbildungszeit verkürzt.
Wenn du überhaupt nicht weißt, welche Helferausbildung zu dir passen könnte, hast du mit deinem Hauptschulabschluss noch eine andere Möglichkeit: Du kannst an einer Berufsvorbereitungsmaßnahme teilnehmen, die auf die sozialen und pflegerischen Berufe zugeschnitten ist. Es gibt verschiedene Angebote - vom Grundlehrgang für Hauswirtschaft bis zum Berufsvorbereitungsjahr an einer Berufsfachschule (Berufskolleg). Ein Beispiel ist die Ev. Berufsfachschule Sozialpädagogik von Bethel im Norden. Manchmal werden auch die oben beschriebenen Helfer- und Assistentenausbildungen als Berufsvorbereitungsmaßnahme geführt. Je nach Einrichtung kannst du in der Berufsvorbereitungsmaßnahme deinen erweiterten Hauptschulabschluss nachholen, einen ersten Ausbildungsabschluss erwerben oder die Arbeitswelt der sozialen und pflegerischen Berufe in praktischen und theoretischen Lerneinheiten kennenlernen. In die Berufsvorbereitungsmaßnahme vermittelt dich die Arbeitsagentur.