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Diätassistent/in

Marlene (24): "Wir essen auch Süßigkeiten - aber in Maßen!"

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Abnehmen im Schlaf? So ein Quatsch! Ketchup wird aus Tomaten und Wasser gemacht? Blödsinn! Svenja hat in ihrer Ausbildung zur Diätassistentin an der Berufsfachschule in Neuendettelsau schon viele Werbelügen entlarvt. "Viele Leute wissen gar nicht, was gesunde Ernährung bedeutet", sagt die 19-Jährige. Besonders ältere Männer hätten oft keine Ahnung: "Viele haben noch nie in ihrem Leben selbst gekocht!" Sie schwören auf Hausmannskost mit viel Fleisch und Fett. Aber wenn die Senioren Diabetes oder Magenprobleme plagen, müssen sie ihre Ernährung umstellen. Und dabei hilft ihnen Svenja. "Es ist manchmal nicht leicht, die Patienten zu überzeugen", sagt sie. In verschiedenen Praxisprojekten ihrer Ausbildung hat sie sich Rezepte ausgedacht und ihren Patienten beigebracht, wie man einfache Gerichte schnell zubereitet.

In Svenjas Job geht es längst nicht nur ums Abnehmen. Auch wenn viele ihrer Freundinnen das glauben und sie nach Diättipps für die schnelle Bikini-Figur fragen. Immer mehr, auch jüngere Menschen leiden zum Beispiel an Lebensmittelallergien. Bei solchen Beschwerden spielt die Ernährung eine große Rolle und Svenjas Rat ist gefragt.

Das gibt's bei der Diakonie:

  • Schulische Ausbildung, keine Vergütung.
  • In manchen Bundesländern ist zwischen Examen und staatlicher Anerkennung ein Berufspraktikum gefordert. Dafür bekommst du eine Praktikumsvergütung.
  • Berufseinsteiger/in: 2.000 bis 2.300 Euro

Keine Zeit zum Essen

"Unser Beruf ist wichtiger als je zuvor", sagt Fiona Porter, die Leiterin von Svenjas Schule. "Die Menschen nehmen sich nicht mehr die Zeit, um in Ruhe, ausgewogen und gesund zu essen." Diätassistenten werden in Krankenhäusern, Apotheken, in Schulen oder Reha-Kliniken dringend gesucht. Die Ausbildungsplätze in Neuendettelsau sind darum heiß begehrt. Svenja hat mit ihrer Bewerbung auf Anhieb Glück gehabt. Dabei kannte sie den Beruf der Diätassistentin erst gar nicht. Nur durch Zufall kam sie in der 8. Klasse an ein entsprechendes Praktikum in einer Reha-Klinik. Danach war ihr schnell klar: Das ist mein Traumjob! Zumal in ihrem Elternhaus schon immer Wert auf gesunde Ernährung gelegt wurde.

Jetzt steht Svenja kurz vor ihrer Abschlussprüfung. Drei Jahre lang hat sie Ernährungstabellen gepaukt, viele Krankheitsbilder kennengelernt und geübt, wie man Patienten hilft, die richtige Ernährung für sich zu finden. Damit das alles nicht nur Theorie auf dem Papier bleibt, hat sie in Krankenhäusern und Kurkliniken in die Praxis reingeschnuppert. Inzwischen geht die 19-Jährige viel kritischer durch den Supermarkt. "Unglaublich, was die Lebensmittelindustrie alles auf den Markt wirft", sagt sie. In der Klasse wird oft heftig über neue Trendprodukte diskutiert.

Und nach der Ausbildung? "Unser Beruf hat viele Facetten und bietet unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten", sagt Schulleiterin Fiona Porter, "zum Beispiel Zusatzqualifikationen für die Beratung bei Diabeteskranken oder in der Kinderernährung." Svenja will an die Wurzel der Essprobleme ran und die Menschen informieren, bevor sie sich falsch ernähren und krank werden. Deshalb macht sie neben der Ausbildung das Fachabitur, um danach Ernährungswissenschaften ("Ökotrophologie") studieren zu können. "Ganz schön anstrengend, aber es lohnt sich", sagt die 19-Jährige. Sie hat nämlich noch einen anderen großen Traum: mal in Neuseeland zu arbeiten. Mit ihrem Beruf kein Problem. Schließlich haben auch die Menschen am anderen Ende der Welt Fragen zur richtigen Ernährung!