Zusatzinformationen

Passt der Beruf zu dir?

Daumen hoch

      Azubi-Tagebuch

Alle Berufevideos

Bild einer Videokamera

Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Marcus (23): "In der zentralen Notaufnahme ist man ganz nah am Geschehen."

Technischer Hinweis

Um dieses Video abspielen zu können, benötigen Sie aktiviertes JavaScript und den Adobe® Flashplayer.

Die aktuelle Version können Sie kostenlos von der Webseite des Herstellers herunterladen:
get adobe flash player

Als Jonathan vom Saisonsieg der Borussen erzählt, lacht der alte Mann zum ersten Mal. Seit Tagen hat er die Therapie verweigert und seine schlechte Laune an den Pflegern und Schwestern auf der Station für Gefäßchirurgie ausgelassen. Aber nachdem er nun alle Einzelheiten über das Fußballspiel weiß, ist das Eis gebrochen. "Als Pfleger schaffst du eine Verbindung zu deinen Patienten", erklärt Jonathan.

Der 24-Jährige ist mit seiner Ausbildung am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld fast fertig. In den vergangenen drei Jahren hat er mit Kindern gearbeitet, war auf einer psychiatrischen Station und in der Notaufnahme. Aber am besten gefällt ihm die Gefäßchirurgie, wo sich alles um die Adern und Venen im menschlichen Körper dreht. "Ich bin der chirurgische Typ", lacht Jonathan, "Auf dieser Station haben mich Operationen und Therapievorschläge der Ärzte besonders beeindruckt."

Zwar hat jede Station ihren Rhythmus, doch Routine gibt es nicht. Jonathan fängt seinen Dienst mal um 6 Uhr an und ist früh fertig, mal fängt er spät an und arbeitet bis 21 Uhr. Er hilft seinen Patienten beim Waschen, Anziehen und Essen. Er verteilt Medikamente, verabreicht Spritzen, wechselt Verbände, bringt die Kranken zur nächsten Untersuchung. "Mit Blut hab‘ ich kein Problem!", grinst der 24-Jährige. Sein Job ist nicht nur die medizinische Assistenz. Jonathan berät seine Patienten auch, wenn sie Fragen zum Leben mit ihrer Krankheit haben. Er leitet sie dazu an, aufmerksam mit ihrem Körper umzugehen. Jeden Tag wird er mit neuen Fällen konfrontiert - und genau das macht seinen Beruf so spannend! Jeden Tag hat er es mit anderen Menschen zu tun, denn die meisten werden nach ein paar Tagen wieder entlassen.

Das gibt's bei der Diakonie:

  • Auszubildende/r je nach Ausbildungsjahr, Bundesland und Tarif: 700 bis 980 Euro
  • Berufseinsteiger/in: 2.000 bis 2.300 Euro

Ein Praktikum vor der Berufswahl macht Sinn

Auch Jonathans Eltern arbeiten im Krankenhaus. Das fand er schon als Kind faszinierend. Im Schulpraktikum hat er dann ausprobiert, ob ihm die Arbeit mit Kranken liegt. "Wenn junge Leute ihren Berufswunsch in der Realität überprüft haben, ist das die ideale Vorbereitung vor einer Bewerbung", findet Ingrid Lautz, stellvertretende Schulleiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, "Denn unsere Berufsanfänger tragen von Anfang an Verantwortung. Ihnen wird keine Schonfrist gewährt." Wenn du das packst, hast du nach der Ausbildung verschiedene Möglichkeiten, dich zu spezialisieren: Infrage kommen Fachweiterbildungen in Psychiatrie, Onkologie und Intensivpflege. Oder ein Pflege-Studium. "Pflege ist keine Einbahnstraße!", betont Ingrid Lautz.

Jonathans Freunde finden es toll, dass er sich diesen Beruf ausgesucht hat und so viel über den menschlichen Körper und Krankheiten weiß. Wenn einer aus dem Bekanntenkreis ins Krankenhaus muss, fragen sie ihm ein Loch in den Bauch. Bis sie die Lage selber einschätzen können. "Das nimmt ihnen die Angst", weiß Jonathan.

Natürlich gibt es in seinem Job auch traurige Tage. Jonathan erinnert sich an einen Mann, der sich nach einem Schlaganfall nicht mehr erholt hat. Nach dessen Tod hat er oft an ihn gedacht. Um mit der Trauer klarzukommen, hat Jonathan viel mit seinen Freunden gesprochen und sich mit Handballspielen abgelenkt. "In meinem Job musste ich die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz lernen", sagt er. Die Kollegen haben ihm dabei geholfen. Ganz selbstverständlich haben sie sich Zeit für Jonathan genommen. "In einem diakonischen Krankenhaus mit dem Leitbild 'Nah am Menschen' ist es uns wichtig, die Schüler in schwierigen Ausbildungssituationen und bei der Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten", erklärt die stellvertretende Schulleiterin.

Bald ist Jonathan examinierter Krankenpfleger. Wenn alles klappt, wird er in der Notaufnahme arbeiten oder in der Gefäßchirurgie bleiben. Egal auf welcher Station - er hat seinen Traumjob gefunden.