Melanie (18): Mit ihrem selbst erfundenen Meerrettich-Aprikosen-Dip hat sie neulich einen Wettbewerb gewonnen!
Kochen für 60 hungrige Kinder? Kein Problem für Melanie. In dem Schulzentrum, in dem sie im Moment auf Praxisstation ist, soll es heute in der Mittagspause Kartoffeltaschen mit Ratatouille geben. Die 18-Jährige schnitzelt Auberginen und schmunzelt: "Manchmal meckern die Schüler über das ganze gesunde Gemüse im Essen, aber dann lassen wir sie probieren und es schmeckt ihnen doch!" Dafür, dass ihre Schicht um 6.30 Uhr angefangen hat, ist Melanie noch ganz schön fit. Sie ist die körperliche Arbeit von zu Hause gewohnt - auf dem Bauernhof ihrer Eltern muss sie ordentlich mit anpacken.
Ein Bürojob kam für Melanie darum nie infrage. "Das Einzige, was mir an der Hauswirtschaft nicht so viel Spaß macht, ist das Putzen, aber das gehört halt dazu", sagt sie. Umso lieber denkt die 18-Jährige an den Tag zurück, als sie zur "besten jungen Hauswirtschafterin im Kreis Ansbach" gewählt wurde: mit besagtem Meerrettich-Aprikosen-Dip und einem ebenfalls selbst erfundenen Tomaten-Rucola-Brotaufstrich: "Das hat mich echt selbstbewusst gemacht!"
Für ihre Ausbildungseinrichtung, die Diakonie Neuendettelsau, hat sich Melanie aus zwei Gründen entschieden: "In der Diakonie ist jeder Mensch gleich viel wert, und das find' ich gut." Außerdem wechseln die Azubis in Neuendettelsau während der dreijährigen Ausbildung sechsmal die Praxisstation. Melanie hat schon in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung gearbeitet, in einer Wohngruppe, einem Altersheim und in einem Hotel. Das sind - neben Krankenhäusern und Restaurants - genau die Arbeitsplätze, die nach der Ausbildung für sie infrage kommen.
Elfriede Töpfer ist Melanies Ausbildungsleiterin und erklärt, dass professionelle Hauswirtschaft weit mehr ist als bloß kochen, waschen und saubermachen: "Es geht an den ein bis zwei Berufsschultagen pro Woche und in den Praxiseinsätzen immer mehr auch um Lifestyle: Wie kann ich einen Tisch stylish dekorieren? Wie kann ich in einem Raum Atmosphäre schaffen? Außerdem bekommen die Azubis wichtiges Hintergrundwissen mit: Wie ernähre ich mich gesund?" Kann ja nicht schaden zu wissen, wie man schlank und fit bleibt.
Und übrigens: Diese Ausbildung ist auch was für Jungs. "Mein Mann ist ausgebildeter Hauswirtschaftsmeister", lacht Elfriede Töpfer, "Und der sagt: Wer sein Mädel mit einem selbstgekochten Menü überraschen kann und ihre Klamotten ordentlich in den Schrank räumt, kann damit auf jeden Fall punkten!" Als fertige Hauswirtschafterin könnte Melanie gleich in den Beruf einsteigen oder eine Aufbauausbildung zur Dorfhelferin, Familienpflegerin, Diätassistentin, Erzieherin oder hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin machen. "Ich will aber Dienstleistungsbetriebswirtschaft studieren", erzählt sie, "und später vielleicht Berufsschullehrerin werden!"
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Kommentare
Eure bisherigen Kommentare:
Baisch-Herrmann... | Mo, 02/01/2012 - 14:02
Ausbildungsplatz Hauswirtschafterin
Gibt es im Umkreis (Ca. 50 KM) meines Wohnortes (71543 Wüstenrot) Ausbildungsbetriebe, bei denen man sich für einen Ausbildungsplatz zur Hauswirtschafterin bewerben kann ?
Redaktion | Mo, 09/01/2012 - 14:05
@Baisch-Herrmann: Ausbildungsbetriebe finden
Liebe Frau Baisch-Herrmann, alle diakonischen Ausbildungseinrichtungen in Deutschland, die die Ausbildung zur Hauswirtschafterin anbieten, finden Sie in unserem Ausbildungsstätten-Navigator unter: http://www.soziale-berufe.com/ausbildungsstaetten-navigator/?category=17#content LG, Azubine Maja