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Bachelor und Master Managementstudiengänge

Maria (27): "Pflege muss weiter voran kommen."

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Es ist Donnerstag, David (29) winkt zum Abschied. Alle Bewohner der Wohngruppe für Menschen mit Behinderung grüßen überschwänglich zurück. „Denkt dran, morgen und übermorgen bin ich in der Uni“, sagt David zu seinen Kollegen. Die haben sich schon daran gewöhnt, dass David neben seinem Job in der Wohngruppe an der Evangelischen Hochschule Nürnberg den Master Sozialmanagement studiert – schließlich ist er schon im zweiten Semester! „Ich will nicht nur das kleine Rädchen im Getriebe sein, sondern auch das große Ganze verstehen“, sagt der 29jährige, „Zum Beispiel wie das mit den Finanzen funktioniert.“ Vor seinem Masterstudium hat er den Bachelor Soziale Arbeit gemacht.

Soziale und pflegerische Managementstudiengänge gibt es als Bachelor und Master mit den unterschiedlichsten Namen: Da wären zum Beispiel der Bachelor Gesundheits- und Pflegemanagement oder der Bachelor Management im Sozial- und Gesundheitswesen, der Master Sozialmanagement, der Master Management in Social Organisations oder der Master Management in sozialwirtschaftlichen und diakonischen Organisationen. Alle diese Studiengänge sind ideal, um später als Bereichs- oder Einrichtungsleiter zu arbeiten.

Um ganz oben Fuß zu fassen, musst du zwar kein knallharter „Chef-Typ“ sein, aber ein Händchen dafür haben, Menschen zu führen. „Im Master-Studium vertiefe ich meine sozialwirtschaftlichen Kenntnisse aus dem Bachelor-Studium und erweitere sie natürlich auch“, sagt David. Wenn er fertig ist, kennt er sich zum Beispiel in Organisationsanalysen, Arbeitsstrukturen, Personalfragen, Betriebswirtschaft und mit den Gesetzen aus. „Aber eine intuitive Führungskompetenz muss ich schon selbst mitbringen“, sagt er. 

David hat in regelmäßigen Abständen so genannte Präsenzphasen am Wochenende, dann muss er freitags und samstags ins Seminar. Mit seinem Arbeitgeber muss er den Zeitplan genau besprechen, damit er freigestellt werden kann und die Kollegen für ihn einspringen. „Es ist schon stressig, weil man sich neben dem Job um das Studium kümmern muss“, gibt David zu. „Wer sich für meinen Weg entscheidet, muss auch mal den einen oder anderen Urlaubstag oder Überstunden fürs Studium opfern.“ David lernt auf Internetplattformen und schreibt regelmäßig Klausuren und Hausarbeiten. Im fünften und letzten Semester steht die Masterarbeit an.

Das gibt's bei der Diakonie:

Berufseinsteiger mit Bachelor- abschluss bekommen je nach Bundesland und Tarif: 2.300 bis 2.800 Euro.

Bodenständig bleiben trotz Wirtschaft und Wissenschaft

David hat sich dafür entschieden, berufsbegleitend zu studieren. „Die Theorie allein bringt aus meiner Sicht nicht viel, man muss sie auch gleich anwenden können“, sagt er. Schon während des Bachelor-Studiums hat der 29jährige die Praxisphasen in der Einrichtung der Behindertenhilfe verbracht, jetzt finanziert er durch die Büroarbeit im Sozialdienst der Werkstatt für Menschen mit Behinderung seinen Master. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Master ohne Berufserfahrung direkt nach dem Bachelor zu machen.

Bleibt die Frage, was die Managementstudiengänge denn überhaupt noch mit der „Arbeit mit Menschen“ zu tun haben. Wenn du im Chefsessel sitzt, bist du natürlich nicht mehr so nah an den Hilfebedürftigen dran wie deine Mitarbeiter an der Basis. Trotzdem ist es komplett was anderes, eine soziale oder pflegerische Einrichtung zu leiten als ein Unternehmen aus einer anderen Branche. Menschliche Schicksale werden dich hier immer begleiten. Und ohne kompetente Führungskräfte funktioniert das Hilfesystem der Sozial- und Gesundheitswirtschaft nunmal nicht. „Die Sozialarbeit ist ohne Managementkenntnisse irgendwann an ihre Grenzen gestoßen“, erklärt Professor Klaus Schellberg von der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Er bildet seit 20 Jahren angehende Sozialmanager aus.

Soziale und pflegerische Managementstudiengänge bereiten dich auf eine ganz besondere Art, Unternehmen zu führen, vor. Professor Schellberg nennt das ein „attraktives Spannungsfeld“: „Betriebswirtschaftliche Rationalität wird mit neuen rechtlichen und ethischen Maßstäben kombiniert.“ Du lernst also, realistisch und sachlich an deine Führungsaufgabe ranzugehen, und dabei gleichzeitig menschlich zu bleiben und dich mit den großen Fragen des Lebens (Ethik) auseinanderzusetzen. Mit diesen Fähigkeiten und dem Abschlusszeugnis in der Hand  kannst du entweder beruflich auf Führungsebene durchstarten oder, wenn dir das immer noch nicht genug ist, an einer Universität promovieren oder in den höheren Dienst der öffentlichen Verwaltung wechseln. Welche Karriere darf’s für dich sein?