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Physiotherapeut/in

Dimitri (27): "Mich hat schon immer interessiert wie der Körper funktioniert."

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Gleich am ersten Tag nach der komplizierten Beinoperation wird Rolf im Rollstuhl zu Arthur gebracht. Der 23-Jährige verpasst seinem jungen Patienten zwei Krücken, zeigt wie man sie mit den Händen hält - und dann wird geübt. Vorsichtig setzt Rolf mit den Krücken Fuß an Fuß, macht Meter um Meter im Behandlungsraum. Die Anstrengung ist ihm anzusehen. Nach einer Stunde erlöst Arthur seinen Patienten. "Genug für heute", sagt er, "Morgen machen wir weiter." Erleichtert lässt sich der junge Mann in den Rollstuhl fallen.

Arthur ist im zweiten Jahr seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Gotthilf-Vöhringer-Schule in Ravensburg. Die Patienten kommen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden zu ihm. Der eine hat ein künstliches Hüftgelenk bekommen, andere erholen sich von einem Autounfall, bei dem sie sich ein Bein gebrochen haben. Viele müssen nach einem Schlaganfall erst wieder lernen, Arme und Beine richtig zu bewegen. Eintönig wird die Arbeit für Arthur nie!

Die meisten Patienten betreut er über Wochen, manche sogar über Monate. Immer wieder übt er mit ihnen dieselben Bewegungsabläufe. Je nach Krankheit und Fitness kann es ganz schön dauern, bis alles wieder klappt wie vorher. Und das nervt viele Patienten. Sie werden ungeduldig und manchmal auch zickig. "Man darf keine Angst vor Menschen haben", weiß Arthur, "Und man muss sich schnell auf ihre Bedürfnisse einstellen können."

Der 23-Jährige ist heute absolut zufrieden mit seiner Berufswahl. Nach dem Abitur hatte er sich erst nicht entscheiden können und sich gleichzeitig für die Physiotherapie-Ausbildung und ein Maschinenbaustudium beworben. Auf die Idee zur Ausbildung war er gekommen, weil er vor Jahren selbst mal Rückenprobleme gehabt hatte und zur Physiotherapie gegangen war. "Das hat wunderbar geholfen", erinnert sich Arthur. Schließlich kam die Zusage für die Ausbildung vor der Zusage fürs Studium - und damit waren die Würfel gefallen.

Das gibt's bei der Diakonie:

  • Schulische Ausbildung, keine Vergütung.
  • In manchen Bundesländern ist zwischen Examen und staatlicher Anerkennung ein Berufspraktikum gefordert. Dafür bekommst du eine Praktikumsvergütung.
  • Berufseinsteiger/in: 2.000 bis 2.300 Euro

Jeder Handgriff muss sitzen

"Die Auswahlkriterien bei uns sind streng", sagt Gloria Schneider-Reile, Arthurs Ausbilderin an der Gotthilf-Vöhringer-Schule, "denn Physiotherapeuten haben eine ganz besondere Verantwortung. Jeder Handgriff muss sitzen, eine falsche Bewegung kann großen Schaden am Körper des Patienten anrichten." Deshalb verbringen die Auszubildenden das erste Jahr vor allem in der Fachschule und lernen in Anatomie (Körperkunde) alles über Knochen, Muskeln, Bänder und Nervenbahnen. Erst danach dürfen sie in die Praxis.

Für Arthur war das erste Jahr eine harte Zeit, vor allem die Zwischenprüfung. "Aber zum ersten Mal in meinem Leben habe ich richtig gern viel gelernt", erzählt er. Nach seiner Ausbildung kann der 23-Jährige in Reha-Kliniken oder Arztpraxen arbeiten. "Seit Wellness-Urlaube boomen, sind die Massagekünste unserer Physiotherapeuten aber auch in Hotels oder Sporteinrichtungen gefragt", weiß Ausbilderin Gloria Schneider-Reile, "Unser Beruf hat sich sehr verändert, die Einsatzgebiete sind vielfältig." Heutzutage kannst du Physiotherapie auch studieren.

Arthur hat noch eine andere Idee. Wenn er in knapp einem Jahr mit seiner Ausbildung fertig ist, will er erst ein paar Jahre in einer Klinik oder in einer Praxis Erfahrung sammeln und sich dann selbstständig machen. Am liebsten als Sporttherapeut der deutschen Karate-Nationalmannschaft! Denn Karate ist seine private Leidenschaft. Sowieso ist der 23-Jährige in seiner Freizeit ständig unterwegs: Im Sommer beim Mountainbiken durch den Wald, im Winter mit dem Snowboard auf der Piste. Und sein Spaß an Sport und Bewegung ist die perfekte Voraussetzung für einen guten Physiotherapeuten. Ein Schreibtisch-Job wäre für Arthur echt nichts gewesen.

Kommentare

Eure bisherigen Kommentare:

Redaktion | Montag, 9. Januar 2012 - 14:20

...für den Tipp, wir werden die Info zum Studium auf jeden Fall mit aufnehmen. Bitte ein wenig Geduld haben, wir sammeln die Änderungswünsche erst und machen dann einen Rundumschlag! LG, Azubine Maja


Michael Austrup | Donnerstag, 5. Januar 2012 - 11:21

Danke für die gelungene darstellung unseres Berufes. Gut fände ich, wenn im Text noch die Möglichkeit des Studiums erwähnt würde. Für die Physiotherapie insgesamt ist das doch ein großer Gewinn! Praxis für Physiotherapie Michael Austrup - Dipl. PT michael.austrup@t-online.de