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Rettungsassistent/in

"Adrenalin-Junkie oder Held?"

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Wichtiger Hinweis: Die neue Ausbildung Notfallsanitäter wird bald die Ausbildung zum Rettungsassistenten ablösen! Wenn es soweit ist, erfahrt ihr's hier. Infos zum Stand der Dinge geben die Johanniter hier.

 

Die alte Dame auf der Liege hat Schmerzen, sie jammert und klagt. Sie ist gestürzt und mit dem Rettungswagen in die Notaufnahme gekommen. Isa (25) hält ihre Hand und redet beruhigend auf sie ein. Dabei lässt sie den Arzt und die Krankenpfleger nicht aus den Augen, verfolgt jeden Handgriff, merkt sich die Diagnosen und prägt sich ein, was zu tun ist. „Die Seniorin hat sich den Arm gebrochen und Schürfwunden im Gesicht“, erklärt Isa. Sie wird Rettungsassistentin. Das ist die höchste fachliche Qualifizierung im Rettungsdienst.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre: Ein Jahr Schule, ein Jahr Praxis. Doch auch das erste Jahr im Bildungsinstitut Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie in Leipzig, wo Isa lernt, wird schon von kurzen Praktika in einem Krankenhaus oder einer Lehrrettungswache aufgelockert. Deswegen ist sie in der Notaufnahme und sammelt Erfahrungen. „In der Schule lernen wir Anatomie, Hygiene, Krankheitslehre und wie der Rettungsdienst organisiert ist“, sagt sie. „Im Praktikum erlebe ich den Alltag mit Verletzungen, Schmerzen und manchmal auch dem Tod.“ 

Die Arbeit als Rettungsassistent kann aus vielen Gründen nicht jeder: So musst du zum Beispiel total fit sein, denn der Rucksack mit dem Einsatzmaterial wie Verbände, Infusionen, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät wiegt etwa 15 Kilo. Patienten müssen auch getragen werden – manchmal aus dem fünften Stock im steilen Altbautreppenhaus ohne Fahrstuhl. „Ein guter Rücken und ein paar Muskeln sind gut“, sagt Thomas Kohns, Fachbereichsleiter Rettungsdienst an der Johanniter-Akademie Leipzig.

Auch muss Isa mit Schicksalsschlägen umgehen. „Man sieht Dinge, die man eigentlich nicht sehen möchte. Tod und Sterben sind nicht das Schlimmste, soziale Konflikte fordern einen viel mehr“, erklärt Kohns. Denn: Rettungsassistenten kommen nicht nur bei Unfällen und helfen. Auch Verwahrlosung, Einsamkeit und Hilflosigkeit gehören zu ihrem Alltag. „Starke Nerven und eine große, körperliche Belastbarkeit sind das A und O“, sagt Kohns. Isa jobbt dann auch noch neben der Ausbildung, weil sie für den C1-Führerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen spart: „Den brauch ich, um den Rettungswagen fahren zu dürfen.“ 

Das gibt's bei den Johannitern:

  • die schulische Ausbildung kostet ein Schulgeld
  • monatliche Vergütung im Praxisjahr: 300 bis 700 Euro
  • Berufseinsteiger/in: 1200 bis 1800 Euro brutto im Monat

Sanitäter, Rettungsassistent und Emergency Practitioner

Um Rettungsassistent/in zu werden, brauchst du mindestens einen guten Hauptschulabschluss und musst volljährig sein. Isa hat den Realschulabschluss und erst im Handel gelernt. „Das war auf Dauer nichts für mich“, sagt sie, „Ich wollte mehr Abwechslung und habe mich schon immer fürs Medizinische begeistert.“ Wenn du ein Medizinstudium anpeilst, kannst du mit der Ausbildung zum Rettungsassistenten die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll nutzen.

„Es ist eine Stufenausbildung“, erklärt Thomas Kohns,. „Zuerst macht man seinen Rettungssanitäter. Der ist sozusagen der kleine Bruder des Rettungsassistenten.“ Wenn du danach nicht weiterlernen möchtest, kannst du als Sanitäter auch gleich arbeiten, und unterstützt dann den Rettungsassistenten im Rettungswagen. Ein Notarzt kommt nur dazu, wenn es wirklich nötig ist. „Das zu entscheiden, lernen Rettungsassistenten wie Isa“, sagt Kohns. Die 25-Jährige will nach ein paar Jahren Berufserfahrung eine Weiterbildung zur Lehrrettungsassistentin machen, dann kann sie selbst Rettungsassistenten ausbilden. Auch ein Studium wäre möglich: der Bachelor Emergency Practitioner.

Kommentare

Eure bisherigen Kommentare:

Paul Dyke | Freitag, 27. September 2013 - 10:15

Wie viel verdient man daaaa?


mschaefer | Mittwoch, 2. Oktober 2013 - 9:07

Hi Paul, schau mal oben, die Infos zur Vergütung findest du in der Infobox in der Mitte des Textes auf der rechten Seite. LG, Maja