Karsten (28): "Der BFD soll ein Wendepunkt in meinem Leben werden!"
Aufgeregt drängen sich die Viertklässler um Karsten. Sie haben gerade keinen Unterricht, sondern "Computerfreizeit". Und die verbringen sie gern mit Karsten, dem Computerkenner. Der 28-Jährige macht seinen BFD im Jugendinformations- und Medienzentrum der Johanniter-Unfall-Hilfe in Königs Wusterhausen. Dreimal in der Woche ist er mit einem Kollegen in der Ganztagsschule unterwegs. "Wir lernen mit den Kindern am PC oder tüfteln und basteln in der Holzwerkstatt", erzählt er, "Und wenn ich nicht in der Schule helfe, habe ich im Jugendtreff zu tun."
Der gelernte Automechaniker will über den Bundesfreiwilligendienst den Einstieg in einen sozialen Beruf schaffen: "Ich kann wegen einer Allergie nicht mehr an Autos schrauben." Vor dem Freiwilligendienst war Karsten darum arbeitslos. "Der BFD öffnet mir vielleicht die eine oder andere Tür", hofft er. Ein Glück, dass es beim BFD keine Altersbegrenzung nach oben gibt! Für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) wäre Karsten nämlich schon zu alt gewesen, das kann man nur bis 27 Jahre machen.
Zwischen BFD und FSJ gibt es nur ganz kleine Unterschiede. Der Wichtigste ist der mit der Altersobergrenze. Beide Freiwilligendienste kannst du aber auch gleich nach der Schule machen, also ab ungefähr 16 Jahren. Egal welchen Freiwilligendienst du dir aussuchst und ob du danach eine Ausbildung oder ein Studium planst, in deinem Lebenslauf machen sich beide gut! Für eine berufliche Neuorientierung oder einen geplanten Quereinstieg - so wie bei Karsten - ist der Bundesfreiwilligendienst ein Glücksfall. Den Tipp mit der Einsatzstelle bei den Johannitern hatte Karsten von einem befreundeten Sozialarbeiter bekommen. "Ich bin direkt hingegangen, um mich zu informieren." Das persönliche Gespräch war ihm sehr wichtig. Du kannst dich aber auch im Internet informieren. Ein paar interessante Links findest du in der Infobox unten.
Wenn du einen BFD machen willst, musst du dir darüber im Klaren sein, dass du ein Jahr lang mit wenig Geld auskommen musst. Es gibt nur ein Taschengeld. Bei Karsten sind das 233 Euro im Monat. Damit er seine Ausgaben bezahlen kann, wird er finanziell vom Arbeitsamt unterstützt. Für jüngere Freiwillige gibt es noch Kindergeld. Karsten hat aufgepasst, dass die Einsatzstelle für den BFD zu seinen beruflichen Zukunftsplänen passt. "Es sollte etwas in der Kinder- und Jugendarbeit sein", sagt er. Dass er da auch mal an schwierige Kids gerät, macht ihm nichts aus. Der 28-Jährige hat große Pläne. "Ich habe einen Realschulabschluss, möchte aber Sozialpädagogik studieren", sagt er.
Das nötige Fachabitur will er erst noch mit einer Ausbildung zum Erzieher nachholen. "Mich reizt die anspruchsvolle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dafür bin ich gemacht." Das sieht auch Andreas Hackert so. Der Medienpädagoge leitet das Jugendinformations- und Jugendzentrum, in dem Karsten seinen Dienst macht. "Karsten hat mich im Vorstellungsgespräch überzeugt", sagt er, "Seine Biografie und vor allem seine Zukunftspläne haben mich beeindruckt." Dass Karsten schon etwas älter ist, sieht Hackert als Vorteil. "Für engagierte Menschen wie Karsten ist der BFD bestens geeignet." Der Bundesfreiwilligendienst schärfe die Sozialkompetenz, meint der Medienpädagoge. "Wer sich dafür entscheidet, muss ein Jahr lang engagiert und motiviert arbeiten. Der Antrieb dafür kommt nicht über den Verdienst, sondern nur aus dem Herzen."